Gas Heiztechnik Wissen - einfach erklärt

Unser kleines Heiztechnik-ABC soll die häufigsten Fragen zum Thema Gasheizen beantworten und Begriffserklärungen geben.

Abgasführung
Heizwertgeräte führen die Abgase entweder über einen Abgasfang (Kamin)mit natürlichem Auftrieb oder ein Abgassystem mit Gebläseunterstützung über Dach oder Aussenwand ins Freie.  

Brennwertgeräte nutzen fast die gesamte Wärmeenergie zu Heizzwecken. Sie geben im Vergleich zu anderen Geräten kühle Abgase an die Umwelt ab. Die aus Wasserdampf bestehenden Abgase kühlen weiter ab, sodass ein Kondensat entsteht. Das Abgas hat nun aber einen zu geringen Auftrieb, um durch Temperatur- bzw Druckunterschiedbedingten Auftrieb eigenständig durch den Kamin zu entweichen. Deshalb wird ein Gebläse benötigt, welches gleichzeitig das Kondensat über spezielle feuchtigkeitsresistente Abgasleitungen abführt. Diese Abgasleitungen aus Kunststoff oder Metall können in einen vorhandenen Kamin auch nachträglich eingezogen werden und verbinden diesen mit dem Abwasser.

Abgasmessung
zwecks Umweltschutz und effizientem Energieeinsatz sind regelmäßige Emissionsmessungen gesetzlich vorgeschrieben. Diese sind in Wien gemäß Wiener Luftreinhaltegesetz WFKLG für Geräte über 15kW bis unter 26kW alle 5 Jahre, ab 26 kW alle 2 Jahre und ab 50kW jährlich verpflichtend. In NÖ Prüfungsabstände laut NÖ Bauordnung/Bautechnik VO Messung über 11kW Leistung bis 50kW alle 2 Jahre, darüber jährlich.


Die Durchführung der Messung muß durch befugte Meßorgane erfolgen (Rauchfangkehrer, LÖBLICH-Werkskundendiensttechniker oder Installateur mit amtlicher Meßprüfungsbefugnis). Sie ist mit geeichten Meßinstrumenten und gemäß ÖNORM M 7443 7 bzw ÖVGW Prüfnorm PG307 (aktuelle Normen für Emissionsmessung Gasgeräte) vorzunehmen. Die Abgasmessung wird bestätigt per schriftlichem Prüfbefund und Aufkleber (Pickerl) am Gerät.

Eine Abgasmessung im Zuge des Geräteservice durch den Hersteller-Kundendienst bietet den Vorteil, daß vom geschulten Heizungs-Techniker gleich (ohne Mehrkosten) alle Einstellungen am Gerät angepaßt und optimiert werden können !

Abgasklappen
Elektromotorische Abgasklappen unterbrechen den Zug in der Abgasanlage, wenn das Gerät nicht in Betrieb ist. Zumeist werden sie nach Vorgabe des Rauchfangkehrers bei sogenannten Abgassammler-Kaminen eingebaut und dienen dazu, daß die Abgase anderer Gasgeräte, die ebenfalls in den gleichen Kamin münden, nicht austreten können. Abgasklappen werden mittels zusätzlich einzubauenden Schaltmodulen oder geeigneten Leiterplatten (Platinen) gesteuert.

Abluftventilator/ Dunstabzugshaube -  Verriegelung
Abluftventilatoren (Ventilatoren, Dunstabzugshauben und alle sonstigen Gebläse, die Luft direkt nach außen oder in einen Schacht blasen) können in der Wohnung (nicht nur im Raum, wo sich der Ventilator befindet !) einen Unterdruck erzeugen. Der in der Folge entstehende  Druckausgleich kann die Abgase der Kombitherme / Heiztherme aus dem Kamin in die Wohnung zurück saugen, wodurch Lebensgefahr entstehen kann:
Kohlenstoffmonoxid Vergiftung (Kohlenmonoxid CO = tödliches Giftgas im Abgas) aber auch Kohlenstoffdioxid (Kohlendioxid CO2 = Erstickungsgefahr).

Technische Lösungen:

- Einbau eines Verriegelungsrelais/Sperrschaltung zum Heizgerät: Schaltmodul mit  elektrischer Verbindung zum Abluft-Ventilator wird in die Kombitherme eingebaut, welches diesen ausschaltet, sobald und solange die Therme in Betrieb ist und damit Abgase produziert.

- Alternative Demontage des Abluftventilators: Sollten Aufwand und Kosten für den Einbau einer Verriegelung/Sperrschaltung zu hoch sein, so muß der Ventilator demontiert werden.

- Zuluftschacht oder eine Lüftungsklappe herstellen. Diese können ausreichende Luftzufuhr gewährleisten. Der Installateur muß diesfalls per Gutachten bestätigen, daß lt. Messung/Berechnung genügend Zuluft das Entstehen eines Unterdrucks ausschließt.

Außenwandgeräte (raumdichte, raumluftunabhängige Thermen)
Heizthermen oder Kombithermen mit geschlossener Brennkammer. Frischluft und Abgase werden in jeweils eigenen Rohren von außerhalb der Wohnung angesaugt bzw. hinaus geblasen. Zumeist werden dabei Rohr-im-Rohr-Systeme verwendet. Gasthermen mit geschlossener Brennkammer werden auch für die so genannten LAS-Kamine verwendet.

Belastung (Wärmebelastung Q)

Der Heizwert der einem Wärmeerzeuger zugeführten Menge Brennstoffes in kW (kJ/s) ist dessen Belastung.

  • Die größte Wärmebelastung, auf die ein Wärmeerzeuger eingestellt und die nicht überschritten werden darf, wird auf dem Typenschild  angegeben.
  • Ebenso die kleinste Wärmebelastung, also die Brennstoffmenge, die entsprechend ihrem Heizwert mindestens zugeführt werden muss und nicht unterschritten werden darf.
  • Die Nennwärmebelastung liegt dazwischen und ist die bei einer Messung im konstanten Dauerbetrieb mit Nenwärmeleistung zugeführte Brennstoffmenge.
  • Das Verhältnis von Nennwärmeleistung zur Nennwärmebelastung ist der Kessel-Wirkungsgrad  ηK .

Boilertherme (Speichertherme)
Wandhängendes Heizgerät (Therme) mit integriertem Warmwasserboiler (40, bis 60 Liter).


Brennwert/Brennwerttechnik
Brennwert ist das Maß für die in einem Stoff enthaltene thermische Energie und gibt die Wärmemenge an, die bei Verbrennung und anschließender Abkühlung der abgase auf 25°C sowie deren Kondensation freigesetzt wird. Die Gas-Heizungstechnik unterscheidet zwischen dem Brennwert und dem Heizwert des Erdgases. Während der Heizwert sich auf die Verbrennungswärme bezieht, bezeichnet der Brennwert die gesamte Wärmeenergie, die man dem Brennmaterial entziehen kann.


Die Brennwerttechnik nutzt auch die Wärme, die in den Abgasen enthalten ist, v.a. den in den Abgasen enthaltenen Wasserdampf und ist damit etwa 10 Prozent ergiebiger als die sogenannte Heizwerttechnik. Deshalb liegt der als "Normnutzungsgrad" angebene Wirkungsgrad der Brennwerttechnik höher als 100 Prozent - diese 100 Prozent beziehen sich allerdings auf den Heizwert, und nicht auf die Wärmeenergie des Energieträgers. Zum Vergleich: bei Erdgas liegt der Heizwert bei 38 MJ/kh , der Brennwert zwischen 36 und 50 MJ/kg.

Im Kostenvergleich zu beachten sind allerdings die erhöhten Servicekosten im Betrieb, höhere Arbeits- und Materialkosten aufgrund des komplexeren Brenneraufbaus und Abgasmesszeiten, um die CO2 Einstellungen vorzunehmen und ggf. Abgas-Emissionen laut ÖNORM zu prüfen.

Im Regelbetrieb weisen Brennwertgeräte zwar günstigere Stickoxidwerte (NOx= atemwegsreizende Gase) aus; die Kohlenstoffmonoxid Emissionen (CO = geruchloses, aber hochgiftiges und brennbares Abgas) sind hingegen deutlich erhöht gegenüber der Heizwerttechnik.


Gasarten bei Erdgas

  • Erdgas „L“ (low, entspricht EU Bezeichnung „LL“) besteht aus ca. 85 % Methan, 4 % Ethan, Butan, Propan, Pentan  und 11 % Inertgasen.
  • Erdgas „H“ (high, entspricht EU „E") - Nordseegas besteht aus ca. 89 % Methan, 8 % (Ethan, Propan, Butan, Pentan) und 3 % Inertgasen.
  • Erdgas „H“ (high) - mit Herkunft aus GUS-Staaten besteht hingegen aus ca. 98 % Methan, 1 % (Ethan, Propan, Butan, Pentan) und 1 % Inertgasen.

Erdgas in Österreich:

Gerätebezeichnung "G20:20" bedeutet 2.Gasfamilie (der methanreichen Gase, d.s. Erdgas und synthetische Erdgase) , 20 mbar Versorgungsdruck. Exakte Daten der öffentlich verteilten Gase erhalten Sie von den Netzbetreibern.

Dementsprechende Gerätekategorien:

Kategorie I: geeignet für Gase nur einer Gasfamilie

Kategorie II: geeignet für Gase von zwei Gasfamilien

Kategorie III: geeignet für Gase aller Gasfamilien

Gasfamilie (Österreich)
Erdgase und deren Austauschgase mit einem Wobbeindex Wo von 39,1 MJ/m³ bis 54,7 MJ/m³. In Österreich wird nur die Gruppe H mit einem Wobbeindex Wo von 45,7 MJ/m³ zur Verteilung gebracht, in anderen europäischen Ländern auch die Gruppen E, L und LL


Gasgeruch
Dem an sich geruchlosen Erdgas wird eine flüchtige Schwefelverbindung als penetranter Geruchsstoff zugesetzt, sodass auch kleinste Austrittmengen sofort bemerkt werden können. Bei Gasgeruch sollte man in dieser Reihenfolge vorgehen:


Fenster öffnen: Frischluft verhindert, dass die Gaskonzentration ansteigt und das Gas-Luft-Gemisch explodiert;

Gashahn zudrehen, am besten am Hauptabsperrhahn;

Mitbewohner im Haus alarmieren; dabei an die Tür klopfen, nicht telefonieren, nicht klingeln

KEINE  elektrischen Geräte oder Licht anschalten oder ausschalten ! Keine Stecker herausziehen und kein Feuer entzünden - jeder Funke birgt ein Explosionsrisiko!

Den Installateur oder Gasversorger von außen benachrichtigen.

Gasversorger (EVU)
Unternehmen, das das Leitungsnetz für die Gasversorgung errichtet und die Versorgung betreibt. In Wien ist das WIENGAS und in Niederösterreich im wesentlichen EVN. Neben dem Leitungsnetzbetreiber kann seit der Gasmarktliberalisierung für den Gasbezug auch ein anderes Unternehmen ausgewählt werden. Zum Tarifvergleich siehe E-Control Tarifrechner im Internet. Dem EVU muß der Installateur jeden Austausch bzw. Wechsel von Gasgeräten per Installationsanzeige melden. Der Austausch bzw. die sicherheitstechnischen Rahmenbedingung werden nach Vorankündigung durch den Gasversorger (Netzbetreiber) auch vor Ort kontrolliert. Unbedingt Vorbefund und Endbefund des Rauchfangkehrers besorgen und aufheben!

Heizthermen/Kombitherme
Wandhängende Gasgeräte, die nach dem Umlaufwasserheizungsprinzip das Wasser in der Heizungsanlage erwärmen. Üblich sind Modelle zu 10 kW, 18 kW und 24 kW Nennwärmeleistung. In Kombination mit einem indirekt beheizten Warmwasserspeicher im Gerät oder extern (z.B: 70, 100, 120, 150 und 200 Liter) können sie auch zur Warmwasserbereitung verwendet werden.
(= sogenanntes Wärmezentrum).

Heizwert
Der Heizwert (auch unpräzise „Energiegehalt“ oder „Energiewert“ genannt) ist das Maß für aus dem Energieträger nutzbare Wärmemenge ohne Kondensationswärme. Der Heizwert bezieht sich auf eine Verbrennung, bei der nur gasförmige Verbrennungsprodukte entstehen. In der Berechnung wird vom Brennwert die Verdampfungsenthalpie des Wassers abgezogen. Daher liegen die Heizwerte üblicher Brennstoffe ca. 10 % unter ihren Brennwerten (Umrechnungsfaktor lt. DIN 18599 bei Erdgas: Heizwert>>Brennwert = 1,11).


Heizwertgeräte
Sogenannte Heizwertgeräte sind solche ohne Einrichtungen zur wärmetechnischen Ausnutzung der im Abgas enthaltenen Abwärme; sie benötigen im Gegensatz zu sogenannten Brennwertgeräten auch keine Spezialkamine (Kunststoff oder Edelstahl) oder Abgassysteme mit Kondensatleitungen.

Indirekt beheizte Warmwasserspeicher / Boiler
Warmwasserspeicher mit unterschiedlichem Fassungsvermögen (50, 70, 100, 120, 150, 200 Liter), die in Form von wandhängenden (50 und 70 Liter) oder Boden stehenden Warmwasserboilern von einer Heiztherme über einen Wärmetauscher (indirekt) betrieben werden. Heiztherme und indirekt beheizter Warmwasserspeicher bilden zusammen das "Wärmezentrum"


Installationsanzeige
Die verpflichtende Meldung des Installateurs an den Gasversorger, wenn ein Gasgerät ausgetauscht wurde. Nicht gemeldete Gasgeräte können vom Gasversorger gesperrt werden.

Kaminbefund
Zu unterscheiden sind Vorbefund und Endbefund. Beide werden von Ihrem zuständigen Rauchfangkehrer ausgestellt ( siehe http://www.wienerrauchfangkehrer.at) . Der Vorbefund ist vor der Montage eines neuen kamingebundenen Gasgeräts (Heiz- oder Kombitherme, Heizkessel, durchlauferhitzer) vom Rauchfangkehrer einzuholen. Dieser betsätigt, daß die Abgasanlage (Kamin) für den Tausch/Montage geeignet ist und erteilt ggf. Auflagen zur Einstellung des Geräts (z.B.:höhere Abgastemperatur) Nach erfolgter Montage des Gasgeräts durch den Installateur stellt nach neuerlicher Begutachtung der Rauchfangkehrer den Endbefund aus. Dieser ist für die ordnungsgemäße Abnahme durch den Gasversorger (WIENGAS, EVN) unbedingt erforderlich.

Kamingebundene (raumluftabhängige) Gastherme
Gasthermen mit einer Abgasanlage, die in einen Kamin (Abgasfang) mündet. Die Verbrennungsluft wird dem Aufstellungsraum entnommen. Deshalb auch die Bezeichnung raumluftabhängige Gasthermen.


Kategorie (Gasgerätekategorie)
Folgende Gasgeräte-Kategorienwerden in Österreich überwiegend verwendet:


I2ELL  (für Gase einer Gasfamilie geeignet, EU Bezeichnung ELL für hoch und niederkaloriges Erdgas

I2ELL3B/P (f Gase 2er Gasfamilien geeignet, hoch und niederkaloriges Erdgas, sowie Butan/Propan)


Kombithermen
Wandhängendes Gasgerät, das sowohl Warmwasserbereitung als auch Heizgerät in sich vereint. Die Kombitherme arbeitet nach dem Durchlaufer- oder Umlaufprinzip, d.h., Warmwasser wird bei Bedarf über einen Hochleistungswärmetauscher und nicht auf Vorrat erwärmt. Die Warmwasserleistung ist in der Praxis mit ca. 10 bzw. 13 Liter pro Minute begrenzt (Wasser wird dabei um ca. 30 - 35 ° Celsius erwärmt). Üblich sind Modelle mit 18 kW und 24 kW Nennwärmeleistung. Damit sind je nach Bausubstanz 80 – bis 200 m2 Wohnfläche (Altbau mit ca. 3 m Raumhöhe) beheizbar. Beide Typen  gibt es als raumluftabhängige Kamingeräte und als raumluftunabhängige Außenwandgeräte.

Leistung (Wärmeleistung P ) 
Die Nennwärmeleistung gibt in kW den Leistungsbereich des jeweiligen Gasgeräts an (abgegebene Wärme oder Warmwasser-Leistung) .

 

Bei Heiz- bzw. Kombithermen liegen die Werte zwischen den Mindest-Nennwärmeleistungen (ca. 6, 10 und 11 kW) und den maximalen Nennwärmeleistungen (10, 20, 24 und 28 kW). Zwischen Mindest- und maximaler Nennwärmeleistung passt sich das Gasgerät ja nach Bedarf selbst an (Modulation, oder Brennerstufen).

Hingegen gibt die  Nennwärmebelastung gibt den Verbrauch an eingesetzter Energie (Energie- bzw. Leistungsaufnahme) an. Dieser liegt bei den üblichen 92% Normwirkungsgrad moderner Heizwert-Gasthermen um ca. 10% über den Werten der Nennwärmeleistung.

In der Anlagenauslegung im Heizungsbau ist zu beachten, daß der EInbau von geräten mit überdimensionierten Heizleistungen vermieden wird, um dem Umweltschutz und dem Wunsch nach möglichst hohen Kesselwirkungsgraden, gepaart mit Fortschritten hinsichtlich der Wärmedämmung in Ein- und Mehrfamilienhäusern ausgewogen Rechnung zu tragen. In jüngster Zeit geht die Entwicklung tendenziell zu kleineren Leistungen bei Heizkesseln bzw. zu wandhängenden Geräten. Die Löblich Servicetechniker oder Ihr Hausinstallateur beraten Sie vor Ort  entsprechend Ihrer Anlagengröße und Auslegung gerne und stehen für Ihre Austauschtherme beratend bei der Auswahl der optimalen Type und Leistungsgröße zur Verfügung

Mindestabgastemperatur
Die heute aktuellen Gasthermen haben gegenüber ihren Vorgängermodellen einen besseren (höheren) Wirkungsgrad. Das führt dazu, daß die Abgastemperaturen bei gleicher Leistung geringer sind. Um den notwendigen Zug / Auftrieb der Abgase zu garantieren bzw. Kondensation im Kamin zu verhindern, schreibt der Rauchfangkehrer im Kaminvorbefund (abhängig von Bausubstanz, Höhe, Lage des Kamins) Mindestabgastemperaturen in Form von Mindestbelastungen (in kW) vor. Die dazu notwendige Änderung der werkseitigen Einstellung an der Gastherme nimmt der Installateur oder Werkskundendienst bei der Inbetriebnahme nach der Montage vor. Er muß allfällige  Einstellungsänderung per Schild oder Etikette am Gerät kenntlich machen. Dies wird vom Rauchfangkehrer (Kamin-Endbefund) und vom Gasversorger kontrolliert.

Modulation
Um eine vorgegebene Heizungs- oder Warmwassertemperatur zu erreichen und zu halten, geht eine nicht modulierende Gasheizung  immer wieder aus und an, aus und an (Takten), aus und an - So wird viel Energie für das ständige „Hochfahren“ des Kessels verbraucht. Modulierende Gasheizungen wurden 1972 erstmals von Löblich in Österreich eingeführt und sparen sich diese energetischen Aufwand. Sie passen sich stufenlos dem momentanen Wärmebedarf an und verhindern unwirtschaftliches "Takten". Ist die optimale Wärme erreicht, wird nicht komplett ausgeschaltet, sondern einfach auf Sparflamme weitergefahren.

 

Nennwärmeleistung
siehe Leistung, Belastung.

 

ÖVGW -Prüfzeichen (Qualitätsmarke)
Auf Erdgas-Armaturen, Leitungen und Geräten zeigt das ÖVGW/DVGW-Prüfzeichen, dass die Österreichische Vereinigung des Gas- und Wasserfachs die Anforderungen an Hygiene und Sicherheit nach Ö-NORM geprüft hat und das gerät alle einschlägigen technischen Vorschriften in Österreich erfüllt.


raumdichte Thermen (siehe Aussenwandgeräte)

 

Raumthermostat (Heizungstemperaturregler)
Anhand einer Temperaturskala einstellbarer Regler, der die Raumtemperatur nach einem Sollwert regelt. Raumthermostate gibt es als reine Ein-Aus-Schalter ohne Uhr und Programmierung und als programmierbare Raumthermostate mit Uhr (digital oder analog) und bieten vielfach intelligente Energiesparprogramme (Nachtabsenkung, Urlaubsprogramme, wechselnde Tagesraumtemperaturen).

Schadstoff-Emissionen
Bei der Verbrennung aller fossilen Brennstoffe werden Schadstoffe freigesetzt. Erdgas ist die umweltfreundlichste Form Fossiler Energieträger und verbrennt im Vergleich extrem schadstoffarm: Schwefeldioxid und Feinstaub werden praktisch gar nicht ausgestoßen. Thermisches Stickoxid (NOx) entsteht dagegen bei jeder Verbrennung mit hohen Temperaturen. Mit Hilfe moderner Verfahren wurde aber bei Gasgeräten eine deutliche Reduzierung von NOx-Emissionen erreicht. Weil Erdgaseinen hohen Anteil von Wasserstoff  und einen verhältnismäßig niedrigen Anteil von Kohlenstoff aufweist, setzt es deutlich weniger Kohlendioxid frei als bei anderen festen (40 - 50 %) oder flüssigen (25 - 30 %) Brennstoffen.


Service siehe unter Wartung/Geräteservice

Verriegelungsrelais (Sperrschaltung, Soloschaltung)
Schaltmodule (auch Relais oder Optionsplatinen genannt) die Ventilatoren und Dunstabzugshauben im Zusammenspiel mit raumluftabhängigen kamingebundenen Gasthermen steuern. Ventilatoren und Dunstabzugshauben, die Abluft nach außen blasen, erzeugen in der Wohnung einen Unterdruck - soweit Fenster und Türen dicht sind und es keine Zuluftöffnungen gibt. Ein Unterdruck würde aber die Abgase der in Betrieb befindlichen Gastherme aus dem Kamin zurück in die Wohnung saugen - was tödlichen Folgen für die Bewohner haben könnte. Eine so genannte Sperrschaltung verhindert, daß Ventilatoren bzw. Dunstabzüge zeitgleich mit der Gastherme laufen: Über ein Verriegelungsrelais  werden Ventilatoren abgeschaltet, sobald die Therme zwecks Heizen oder Warmwasserbereitung in Betrieb geht.


Wärmezentrum
Die Kombination aus Heiztherme und indirekt beheiztem Warmwasserspeicher. Ein Wärmezentrum hat den Vorteil, daß es die optimale Dimensionierung der Heiztherme mit hohem Warmwasserkomfort (je nach Bedarf dimensionierter Warmwasserspeicher) vereint.

Wartung/Geräteservice
Der Werkskundendienst (evtl. befugter  Installationsbetrieb mit einschlägig geschulötem Fachpersonal) sollte die Heizungsanlage in regelmäßigen Abständen gemäß Herstellervorgaben und mit Original-Sicherheitsbauteilen warten.


Dabei geht es um folgende Arbeiten:
1.Reinigung von Brenner, Verbrennungskammer, Wärmetauscher  und Abgasrohr
2.Überprüfung der wasser- und gasführenden Teile der Heizungsanlage, der Geräteanschlussleitung, der Zündflamme, Zündsicherung, Ionisation, Regeleinrichtung und der eingestellten Gasmenge
3.Messung der Feuerungsanlage nach der Verordnung zur Durchführung der Bundes- bzw. Landes-Vorschriften (Luftreinhaltegesetz, Bauordnung etc.)
4.Kontrolle der Sicherheitseinrichtungen
5.Messprotokoll und abschließende Überprüfung von Dichtigkeit und Gerätefunktionen
6.Heizungswasseranalyse

Servicearbeiten an Gasgeräten sind aus Sicherheitsgründen gemäß dem Stand der Technik (ÖNORMen) durchzuführen und alle Einstellarbeiten laut Herstellerangaben und entsprechend den örtlichen Bedingungen (z.B. laut Rauchfangkehrervorgaben) vorzunehmen. 

Laut ÖVGW TR Gas Richtlinie G10 (Stand 11/2010) ist jeder geräteverantwortliche zur Instandhaltung–Wartung des Gasgeräts in Serviceintervallen laut Herstellervorgaben bzw. maximal alle 2 Jahre verpflichtet.  Die Wartung darf nur durch qualifizierte Servicetechniker des Herstellerkundendienstes oder von diesem speziell geschultes Personal vorgenommen werden . Umfang der Wartungsarbeiten lt Hersteller, zumindest Wartungsschritte lt G10 / 5.1.3.:

 

Inbetriebnahme nach der Wartung mit Dichtheitsprüfung, sowie Zuluftprüfung, und Abgasprüfung. Bei groben Sicherheitsmängeln oder Abgasstau besteht Lebensgefahr und es muß das Gerät bis zur Mängelbehebung gesperrt werden.

Wobbeindex
Kennzahl für die Qualität und Vergleichbarkeit von Gasen hinsichtlich der Wärmeleistung bzw. -belastung von Gasgeräten. Üblicherweise wird der obere Wobbeindex (Wobbezahl) angewandt. Gas mit gleichem Wobbeindex ergeben bei gleichen Zustandsgrößen die gleiche Wärmebelastung des Brenners, nicht aber zwangsläufig das gleiche Brennverhalten. - Einheiten: kWh/m³, oder MJ/m³ - Symbole: Ws, W

.

Gerätearchiv: Dokumente  zu alten Typen

Für ältere Modelle / ausgelaufene Serien:

  • Betriebsanleitung
  • Installationsanleitung
  • Datenblatt
  • Serviceanleitung